Womit anfangen?

Ich habe lange überlegt, was in dem ersten Post auf diese Seite stehen soll. Also habe ich mich für ein Video entschieden, von einem Slam von Julia Engelmann.

Eine Vorschau auf die Rückschau. Da steckt ein wichtiger Gedanke drin, den wir nie vergessen dürfen: Wir müssen unser Leben vom Ende her sehen. Und nicht nur das, es auch so leben. Igikai sagen die Japaner dazu. Es bezeichnet ‘das, wofür es sich zu leben lohnt’, das Lebensziel, oder salopp ausgedrückt ,das Gefühl, etwas zu haben, für das es sich lohnt, morgens aufzustehen‘. Klingt irgendwie paradox, ein Ziel zu haben und gleichzeitig darauf zurückzuschauen. Aber das ist es auch, irgendwie

Tja, wie will ich einmal an meinem Grab stehen? Kommt ja manchmal überraschend schnell. Mindestens mit einem leisen Lächeln im Gesicht. Zufrieden über das, worauf ich zurückschauen kann. Nicht was ich für tolle Kinder oder welche fantastischen Erfolge ich hatte und was für ein toller Hecht ich war, nein, sondern darüber, wie ich gelebt habe. Dass meine Kinder toll sind ist deren Verdienst, nicht meiner, und Erfolge sind nur selten auf dem eigenen Mist gewachsen.

Aber das sagt noch nichts darüber aus, wofür ich morgens aufstehen will. Also fange ich erst mal mit einem Prinzip an. Garr Reynolds hat es in einem Buchtitel richtig gut ausgedrückt: Naked Presenter. Ist zwar ein Buch über Präsentation und Präsentationsdesign, aber das Prinzip ist universell. Keine Maske, nichts, wohinter man sich verbergen könnte. Keine Show. Eben nackt. Und damit sichtbar. Und das Buch macht noch etwas anderes überdeutlich:

Es ist egal, ob wir solche Prinzipien beruflich oder privat anwenden. Es sind immer die selben. Ist auch logisch, denn wir als Akteure sind ja immer die Selben. Das viele an der Bürotür ihre Prinzipien abgeben ist ein anderes Thema. Sicher ist dabei nur, dass es den Menschen fragmentiert. Und das ist alles andere als hilfreich.

Also keine Show mehr, keine Maske, keine Konvention.