Sein Skript und seine Muster aufzulösen heißt seine Welt zu verlassen.

Eine wirkliche, echte Herausforderung!

Die Welt, in der wir leben, ist ja nicht irgendetwas real Existierendes, sondern das, was wir denken. Nicht, was wir über die Welt denken, sondern wie wir die Welt denken. Das ist extrem schwer vorstellbar, wo doch alles so real und beständig aussieht, wenn man den Blick durch das Zimmer schweifen lässt. Beschäftigt man sich jedoch einmal mit den Eigenarten der Menschen, dann wird einem schnell klar, das es exakt so ist – nichts ist weder eindeutig real noch beliebig. Warum sonst würde man sich ständig an den Kopf fassen und mit den Augen rollen, wenn man sich über die vermeintliche oder auch tatsächliche Unvernunft oder Uneinsichtigkeit Anderer seine Gedanken macht? Ich merke immer öfter, dass sich da wirkliche Welten auftun. Und Abgründe, wenn man nicht sieht, dass das ganz normal ist.

Seit ich erst einmal als möglich angenommen habe, dass ich nur wahrnehmen kann, was ich auch denken kann, war das so, als würden sich für mich Schleusentore des Denkens öffnen. Mittlerweile bin ich davon überzeugt, dass es exakt so ist. Das klingt erst einmal sehr reduktionistisch. Was es aber definitiv nicht ist, ganz im Gegenteil. Ich sehe es so, jedenfalls ist das mein Eindruck: Es gibt ein riesiges Potential von Möglichkeiten, wie etwas sein könnte. Wie gesagt, nur ein Potenzial. Aber eben möglich. Und nun liegt es an mir, was ich davon Wirklichkeit werden lasse, also was ich denkend in Taten umsetze. Denken und Tun gehören nämlich unabdingbar zusammen. Glaube ich nun, keine Wahl zu haben, reduziere ich mich auf die Sicht der Welt, die ich eben habe. Und damit ist dann auch schon Schluss. Kann ich hingegen zwischen all den Möglichkeiten wählen, ist das wie der Griff in eine Schatzkiste – mit offenen Augen! Also keine Wundertüte!

Noch ein Wort zu dem Thema ‚Denken‘. Es gibt ein Denken, das sich ganz konkret im Handeln auswirkt und das in der neuronalen Vernetzung der Gehirnzellen abgespeichert ist. Und es gibt noch das reflektierende Denken, das in unserem geistigen Potential die optimale Möglichkeiten des Denkens sucht. Aber Vorsicht: Das ist kein aktives Denken, es ist Denken durch Nicht-Denken! Habe ich eine Wahl getroffen, natürlich vorbewusst und ist mir diese Wahl dann bewusst geworden, dann darf ich nur nicht vergessen meinem Gehirn auch die Chance zu geben, die entsprechenden neuronalen Verknüpfungen auszubilden, damit ich damit ganz konkret Denken und Handeln kann. Heißt: Ich muss das praktizieren! Ist wie bei allem: Man weiß ‚eigentlich‘, wie es geht, nur man muss es eben üben. Leider vergessen das manche. Dann bleibt es natürlich nur ein Sturm im Wasserglas.

Es ist also eine Sache, eine andere Möglichkeit zu sehen, wie man tatsächlich leben kann. Das heißt dann aber auch, diese andere Welt konkret zu denken. Und im nächsten Schritt dann ganz real zu leben. Realität ist für uns immer nur das, was wir denken und auch tun. Eben die Welt, in der wir leben. Wenn ich nun merke, dass ich in einem Skript oder gedanklichem Muster festhänge, dann muss ich mir darüber klar sein, dass das eine von vielen Möglichkeiten zu leben ist, die ich mir ausgesucht habe und die ich zur Grundlage meines Lebens gemacht habe. Warum auch immer. Wichtig ist nur zu sehen, dass es auch andere Möglichkeiten gibt.

Doch das muss ich zu aller erst einmal für möglich halten. Und dann, wenn ich eine Alternative ausgesucht habe, diese andere Welt auch umzusetzen. Heißt, ich muss eine klare Vorstellung davon haben, wie dann meine Welt sein wird. Und zwar ganz konkret! Denke ich da noch in Eventualitäten und Möglichkeiten, wird es definitiv nichts. Es gibt zwar viele Möglichkeiten, doch realisieren kann ich nur eine davon! Also muss ich mich klar entscheiden, wo die Reise hingehen soll. Heißt ein One-Way-Ticket buchen. Ist man dann dort angekommen und hat sich eingerichtet, dann ist das natürlich nicht Endstation, die Reise geht weiter. Nur eins geht nicht: Zurück. Ich glaube, dass genau das die Angst ist, die viele Menschen davon abhält, in eine andere Welt umzuziehen. Das Gewohnte, Bekannte und Vertraute hinter sich zu lassen.

Also nicht jammern und klagen, sondern sich klar machen, wie es geht! Und das dann auch wirklich denkend und tuend umsetzen! Viele Menschen glauben, es sei schwierig, seine alten Skripten und Muster loszuwerden. Weit gefehlt! Man muss nur wissen, wie es geht. Also nicht das Verlassen des Skripts, sondern das Denken! Wenn man das einmal verstanden hat, dann verlässt man automatisch sein Skript. Das Skript ist kein ‚Problem‘, es ist nämlich nur ein Symptom. DGrund dafür ist unzutreffendes Denken. Das ist aber immer noch ein Symptom.

Das erste Fraktal, der eigentliche Grund des scheinbaren Dilemmas ist Unwissenheit.